ReStart – ein Orientierungsrahmen für professionelles Fallverstehen und adaptive Prozessgestaltung bei Schulabsentismus
ReStart betrachtet Schulabsentismus als dynamischen Entwicklungsverlauf im Zusammenspiel individueller, familiärer, schulischer und sozialer Bedingungen. Professionelles Fallverstehen bedeutet dabei, unterschiedliche Perspektiven systematisch aufeinander zu beziehen, die subjektive Sinnhaftigkeit von Handlungen mitzudenken und daraus vorläufige, überprüfbare Arbeitshypothesen zu entwickeln.
Auf dieser Grundlage werden Unterstützungsprozesse adaptiv gestaltet. Ziele, Maßnahmen, Zuständigkeiten und die Intensität der Unterstützung werden am jeweiligen Verlauf ausgerichtet, ihre Wirkung fortlaufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Worum es bei ReStart geht
RReStart ist ein integriertes Fachkonzept und zugleich ein Orientierungsrahmen für professionelles Fallverstehen, adaptive Prozessgestaltung und multiprofessionelle Zusammenarbeit bei Schulabsentismus. Es verbindet vier aufeinander bezogene Modelle: das Wirkmodell, das Modell professionellen Fallverstehens und Prozessgestaltung (MFP), das ReStart-Prozessmodell und den Kompetenzatlas. Ihr Zusammenspiel schafft einen gemeinsamen Bezugsrahmen, in dem komplexe Fallkonstellationen verstanden, professionelle Entscheidungen gemeinsam begründet und Unterstützungsprozesse adaptiv gestaltet werden können.
Wie ReStart arbeitet
ReStart organisiert professionelles Fallverstehen als gemeinsamen, multiperspektivischen Prozess. Im Modell professionellen Fallverstehens und Prozessgestaltung (MFP) werden unterschiedliche fachliche Sichtweisen, Beobachtungen und Hypothesen miteinander verbunden und aufeinander bezogen. Eine zentrale koordinative Aufgabe besteht darin, aus diesen Perspektiven ein gemeinsames Verständnis der subjektiven Logik des Verhaltens zu entwickeln und daraus begründete nächste Schritte abzuleiten. Diese werden im weiteren Verlauf kontinuierlich überprüft und adaptiv an die Entwicklung angepasst.
ReStart im Überblick

Die vier Kernmodelle wirken innerhalb von ReStart rekursiv zusammen. Beobachtungen, Fallverstehen, Entscheidungen und Prozessgestaltung beeinflussen sich fortlaufend gegenseitig und bilden so einen gemeinsamen professionellen Bezugsrahmen für adaptive Unterstützung.
Adaptive Prozessgestaltung
ReStart versteht Unterstützung als einen adaptiven Prozess. Beobachtungen, Fallverstehen, Entscheidungen und Interventionen werden fortlaufend aufeinander bezogen und an veränderte Bedingungen angepasst. Frühwarnphase, ReStart-Basis und ReStart-Intensiv beschreiben dabei unterschiedliche Unterstützungsintensitäten innerhalb derselben professionellen Prozesslogik. Welche Interventionen sinnvoll sind, wie intensiv Unterstützung gestaltet wird und welche Professionen beteiligt werden, ergibt sich aus dem jeweiligen Entwicklungsverlauf, dem konkreten Unterstützungsbedarf und den gemeinsam entwickelten Hypothesen. So kann der Unterstützungsprozess fortlaufend angepasst, verdichtet oder wieder reduziert werden.
ReStart kennenlernen
ReStart richtet sich an Familien, Schulen, Jugendämter, Jugendhilfe und weitere Fachkräfte, die Unterstützungsprozesse bei Schulabsentismus gemeinsam und systematisch gestalten möchten. Gerne stelle ich das Fachkonzept im persönlichen Austausch näher vor und bespreche, wie es an die jeweilige Situation, die vorhandenen Rahmenbedingungen und die konkreten Fragestellungen anschließen kann.